Tipps für die Lichtplanung

Lichtgestaltung im Einklang mit Mensch und Architektur

Wie bei fast alle Lebewesen bestimmt ist die Sonne unser Leben und unseren Rhythmus. Das Sonnenlicht beeinflusst unsere Sehfähigkeit, unser Empfinden, unser Handeln und unser Leben. Es steuert unsere innere Uhr und ist so mächtig, dass es sogar physiologische und psychische Veränderungen in uns hervorrufen kann.

 

Auch beim Bewerten/Empfinden von künstlichen Lichtquellen orientiert sich der Mensch am Licht der Sonne. Was uns unnatürlich erscheint, gefällt uns in der Regel nicht!

 

Beim Einkaufen lassen wir uns von unseren Augen verführen. Wir wählen Fleisch, das frisch wirkt oder die Äpfel, die uns wegen ihres äusseren Erscheinungsbilds ansprechen. Auch wenn der Schein trügen mag und unsere Vernunft was anderes sagt. Die Augen können dem Anblick trotzdem nicht widerstehen!

 

Gutes Licht macht etwas Schönes schöner, es stimuliert unsere Sinne und löst Wohlgefühl in uns aus. Auch wenn wir uns dessen nicht wirklich bewusst sind, schon kleine Nuancen können dabei starke Veränderungen bewirken.

 

Des Weiteren hat das Zusammenspiel von Licht und Farbe die Fähigkeit Räume zu verändern, kleiner, grösser, höher oder tiefer wirken zu lassen, mit Licht und Schatten zu spielen, Akzente zu setzen, sodass ein harmonisches Raumgefühl erzeugt werden kann. Förderlich ist auch der Einsatz von farbigem Licht, denn unser Körper beginnt dadurch stimmungsaufhellende Substanzen auszuschütten.

 

Eine gute Lichtplanung beginnt schon bei Neubauten mit der Gebäude- und Raumplanung, denn nur so kann das natürliche Sonnenlicht am Tage optimal genutzt werden.

 

Die Lichtplanung steht zudem in starker Abhängigkeit zur Elektroplanung, liefert doch die Elektroplanung die Basis für eine gute Lichtplanung. Es ist deshalb essentiell, dass Lichtplaner eng mit Elektroplaner und Architekten zusammenarbeiten und jeder Kenntnis darüber hat welcher Raum/Ort welche Funktionen übernehmen wird. Nur so können die richtigen Voraussetzungen für eine gute Beleuchtung geschaffen werden.

 

Frühzeitige angegangene Planungen bieten Ihnen bei Neu- und Umbauten eine gute Gelegenheit und genügend Zeit, um sich gedanklich mit Lichtmanagement oder allenfalls gar mit Gebäudeautomation auseinander zu setzen. Es können zudem einfache bauliche Massnahmen geplant werden, um bessere funktionale und zugleich ästhetische Ergebnisse zu erzielen. Viele stromsparende Beleuchtungen haben Vorschaltgeräte, die bei einer sorgfältigen Planung einfach versteckt werden können.

 

Bei der Planung sollten unbedingt den Bedarf an Lampen und deren Art und deren Qualitätsmerkmale für jede Aufgabe bestimmt werden. Auf jeden Fall eine Überlegung wert, sind LED-Lichtlösungen. Die LED Technologie zeichnet sich durch viele Vorteile aus. Sie bietet ein breites Spektrum an Lichtfarben, gute Farbwiedergabeeigenschaften, eine hohe Lichautsbeute…… spart Strom und hat eine sehr lange Lebensdauer. Es muss aber ein Umdenken in unseren Köpfen stattfinden!

 

LED’s spielen ihre Vorteile nicht als Ersatz für Glühbirnen oder Fluoreszenzröhren aus, sondern sie eröffnen sehr grosse lichtge-stalterische Freiheiten. Das Licht der Zukunft ist nicht mehr genormt nach Länge oder Lampenfassung. Die künftigen LED-Lampen müssen ein Leben lang nicht mehr ausgetauscht werden und bekommen so Bestandteil einer Leuchte. Man muss sich also zukünftig keine Gedanken mehr machen, welche Ersatzlampe wohl am geeignetsten ist. Die Normierungen werden mehr und mehr an Bedeutung verlieren und durch individualisierte Lichtlösungen ersetzt werden. Bei der Wahl für LED-Produkte ist jedoch Vorsicht geboten, da nicht jedes Produkt hält was es verspricht und die LED’s oftmals nicht fachgerecht eingesetzt werden.

 

Sie haben sicherlich gemerkt, eine gute Lichtplanung muss verschiedene Aspekte berücksichtigen und frühzeitig in die Bauplanung einfliessen. Gerne unterstützen wir Sie dabei Ihr Zuhause in richtige Licht zu rücken.

Bedarfsgerechtes Licht für den Menschen

Das richtige Licht mit der richtigen Lichtmenge und Lichttemperatur am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt für benötigten Zweck. Was in der Theorie sehr einfach klingen mag, stellt einige Herausforderungen an die Planung.

 

Jeder Raum stellt spezifische Anforderung und wird oftmals unterschiedlich genutzt. Beleuchtungslösungen müssen deshalb vielen Aufgaben und Wünschen gerecht werden. Jeder Raum sollte deshalb mit einem, seiner Funktionen entsprechendem, Lichtkonzept ausgestattet werden.


Grundsätzlich unterscheidet man bei einer Lichtplanung eines Raums zwischen:

 

Grundbeleuchtung

Die Grundbeleuchtung ist die allgemeine Beleuchtung und sorgt für eine gleichmässige Lichtverteilung. Sie macht den Raum und seine Objekte sichtbar und dient uns zur Orientierung in unseren Wohn- und Lebensräumen. Nicht immer muss es direktes Licht sein, auch indirekte Beleuchtungen können sehr harmonisch wirken.

 

Durch dimmbare Lichtlösungen können Helligkeitsunterschiede angeglichen und an die situativen Bedürfnisse angepasst werden.

 

Ein neuer Trend sind RGBW (rot, grün, blau, weiss)-farbene Grundbeleuchtungen. Ob weisses Licht, Pastell- oder kräftige Farben - die Grundbeleuchtung wird auf Knopfdruck zum Stimmungslicht und die Lichtfarben können nach Belieben verändert werden. Flure, Eingangsbereiche, aber auch Wohn- oder Schlafräume können so vielfältig inszeniert und aufgewertet werden.

Zonenlicht

Zonenlicht hilft uns spezifische Sehaufgaben an einem bestimmten Ort besser bewältigen zu können. Das Licht wird gerichtet eingesetzt, damit bestimmte Tätigkeiten gut ausgeübt werden können. Zonenlicht wird in der Küche, beim Essen, beim Arbeiten, Lesen (oder auch im Bad)…. Eingesetzt

 

Stimmungslicht

Stimmungslicht sorgt für ein gemütliches, wohnliches Ambiente. Es inszeniert Räume und Objekte und spielt mit Licht und Schatten. Stimmungslicht ist sehr wichtig für unser Wohlbefinden und ermöglicht uns vom Alltag zu entspannen.

 

Die Planung einer ausgewogenen und aufeinander abgestimmten Mischung aus Grundbeleuchtung, Zonen- und Stimmungslicht schaffen erste Voraussetzungen für eine gute Beleuchtung. Um Ihnen die Lichtplanung zu erleichtern, stellen wir Ihnen einige Planungshilfen (unter In light Dienstleistungen/Planungshilfen) zur Verfügung. Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrer Planung.

Erst nachdem entschieden wurde, wo welches Licht in welcher Menge zu welchem Zweck gebraucht wird, folgt die Elektroplanung, danach die Wahl der Lampen und in einem letzten Schritt die Wahl der geeigneten Leuchten.

 

Manche werden sich wohl nun fragen weshalb zuerst die Lampen resp. die Leuchtmittel ausgesucht werden.

 

Die Lampen müssen gewisse Aufgaben erfüllen. Jede Lampe weist jedoch unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf. Anders gesagt: Was nützt einem die Schönste Designleuchte wenn die Lichtqualität zu wünschen übrig lässt?

 

Es ist deshalb ratsam zuerst die gewünschten Qualitätsmerkmale der Lampen zu bestimmen und sich erst danach auf die Suche nach den geeigneten Leuchten zu machen.

Qualitätsmerkmale einer Lampe

Die Beleuchtungstechnik kennt viele Qualitätsmerkmale, die eine gute Beleuchtungsqualität ausmachen. Es genügt jedoch nicht die Lampen anhand einzelner Qualitätsmerkmale auszusuchen, denn es ist vielmehr die Summe an Qualitätsmerkmalen, die Indikatoren für gute Lampen sind. Indikatoren deshalb, weil Qualitätsmerkmale nur auf technischen Messwerten basieren ohne dabei unsere individuelle Wahrnehmung zu berücksichtigen.

 

Besonders bei Weisslicht offenbaren sich je nach Produkt (grosse) Unterschiede, obwohl auf beiden Verpackungen vergleichbare Messwerte angegeben wurden. Auch für den Laien ist es ohne direkten Vergleich kaum erkennbar, dass es für Weisslicht kein Reinheitsgebot gibt. So kann sich das Weisslicht von Hersteller zu Hersteller und von Lampe zu Lampe unterscheiden.

Nachfolgend erklären wir Ihnen nun die Qualitätsmerkmale einer Lampe:

 

Farbwiedergabe

 

Lichtquellen haben unterschiedliche Farbwiedergabe-Eigenschaften und nicht immer geben sie die natürlichen Farben wieder. Je niedriger die Farbwiedergabequalität, desto fahler wirken Farben. Eine schlechte Farbwiedergabeeigenschaft kann einen Apfel unappetitlich wirken lassen oder wir bekunden gar Mühe gewisse Farben voneinander unterscheiden zu können. Die Farbwiedergabe ist deshalb ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei der Wahl der richtigen Lampen.

Um die Farbechtheit einer Lichtquelle zu bestimmen wurde der Ra Farbwieder¬gabe-index entwickelt. Der Index gibt an wie natürlich Farben von einem Leuchtmittel wiedergegeben werden. Der Ra Faktor wird dabei aus dem Mittelwert der Farbechtheit von 8 verschiedenen Farben ermittelt; der absolute Wert ist 100.

Auf jedem Leuchtmittel sollte ein Ra Wert angegeben sein. Für Innenräume sollte der Wert 80 nicht unterschritten werden. Folgende Werte empfehlen wir:

• Flurbeleuchtung => 80

 

• Wohn, und Lebensbereiche => 90

 

• Galerie, Bilder => 95


Lichtfarbe

 

Die Lichtfarbe gibt den Blau- resp. den Rotanteil des Lichts an. Bläuliches Licht wird als kaltweisses und rötliches Licht als warmweisses Licht bezeichnet. Kaltweisses Licht wirkt anregend und eignet sich bestens zum Arbeiten. Warmes Licht wirkt beruhigend und sorgt für ein gemütliches Ambiente. Die Farbtemperatur wird jeweils in Kelvin (K) gemessen. Als Referenz dient das Tageslicht, das zwischen 5‘300 und 6‘500 K schwankt.

 

• Warmweiss: < 3'500 K

 

• Neutralweiss: 3'500 bis 5'300 K

 

• Kaltweiss: > 5'300 K

 

Beleuchtungsstärke

 

Die Beleuchtungsstärke hat einen grossen Einfluss darauf wie schnell und gut wir etwas sehen und erkennen können. Die Masseinheit für die Lichtstärke wird in Lux angegeben. Die Beleuchtungsstärke wird mit einem Luxmeter auf horizontalen und vertikalen Flächen gemessen um festzustellen, ob genügend Licht für den jeweiligen Aufgabenbereich vorhanden ist.

Es gelten dabei zumindest für die Arbeitsbewältigung gesetzliche Mindestnormen, die bei Allgemeinbeleuchtungen in Arbeitsräumen, unbedingt eingehalten werden müssen:

Beleuchtungs-stärke  in Lux

Anwendungsbereich

≥ 1

Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege

≥ 50

Arbeitsräume mit Anlagen ohne manuelle Tätigkeit u.a. Abstellräume, Lagerräume

≥ 100

Verkehrsflächen, Vorrats- und Lagerräume

≥ 150

Arbeitsräume mit gelegentlichen manuellen Eingriffen an Anlagen, Fahrwege mit Personenverkehr, Treppen

≥ 200

Arbeitsräume mit Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen, Anlagen mit ständigen manuellen Eingriffen, Archive

≥ 300

Arbeitsräume für grobe Arbeiten resp. einfache Sehaufgaben, Verpackungs- und Versandbereich, Grossmontage, Aufenthaltsräume

≥ 500

Schreiben, Lesen, Raumbereiche mit Bildschirmarbeitsplätzen, Arbeitsräume für mittelfeine Arbeiten bzw. für normale Sehaufgaben, Sanitätsräume

≥ 750

Arbeitsräume für feine Arbeiten

≥ 1000

Beleuchtung für sehr feine Arbeiten im Bereich der Sehaufgabe


 


Genauso wie zu wenig Licht Einfluss auf unsere Sehleistung hat, wirkt sich auch zu viel Licht negativ auf unsere Sehleistung aus. Auch wenn das Licht nicht blendet, zu viel Licht beeinflusst im negativen Sinn die Aufmerksamkeit des Betrachters. Es erschwert das Erkennen einzelner Dinge und kann bis zur Orientierungs-losigkeit führen.

Bitte beachten Sie, dass zu wenig, wie auch zu viel Licht zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Eine genaue Evaluation der benötigten Beleuchtungsstärke ist deshalb unumgänglich. Nebst der Beleuchtungsstärke sollte dabei auch auf die Lichtrichtung, Schattenwirkung und den Blendungsschutz geachtet werden.


Lichtausbeute

 

Die Lichtausbeute misst wie energieeffizent eine Lampe ist. Sie definiert wie stark die Strahlungsleistung (Lichtstrom) im Verhältnis zur Stromleistung (Watt) ist.

Der Lichtstrom einer Glühbirne bringt es auf rund 10 Lumen pro Watt. Halogenlampen kommen auf 20 lm/w, Energiesparlampen auf bis zu 70 lm/w, Leuchtstofflampen auf bis zu 100 lm/W und Power-LEDs kommen bereits auf über 250 lm/W.

Grundsätzlich sind Lampen, die mit Niederstrom (12 VDC/24 VDC) betrieben werden, wesentlich energieeffizienter als konventionelle Leuchtmittel.

Zur Orientierung dienen beim Kauf von Lampen/Leuchtmitteln die verschiedenen Energieeffizienzklassen gemäss den Schweizerischen/Europäischen Richtlinien. Eine Lampe der Energieeffizienzklasse A zeichnet sich dabei durch niedrigen Energieverbrauch mit hoher Lichtausbeute aus.

Sowohl die Schweiz wie auch die EU sind bestrebt energieuneffiziente Lampen zu verbieten. So wurde das Aus der Glühlampen bereits beschlossen, welche nun schrittweise vom Markt verschwinden. Das gleiche Schicksal droht in naher Zukunft auch den Halogenlampen.


Lichtstrom

 

Der Lichtstrom definiert die Leistung (Helligkeit) den eine punktförmige Lichtquelle allseitig ausstrahlt. Er wird in Lumen gemessen und dient zur Berechnung der Lichtausbeute (lm/w).

 



Beleuchtungsstärke

 

Um festzustellen, ob eine Arbeitsfläche ausreichend beleuchtet ist, wird die Beleuchtungsstärke mit dem Luxmeter gemessen oder in eine Simulation berechnet Die Beleuchtungsstärke wird in Lux gemessen und bezieht sich dabei auf den Lichtstrom welcher auf eine bestimmte Fläche trifft. Die Beleuchtungsstärke muss je nach Form der Oberflächen unterschiedlich berechnet werden.


Lichtdichte

 

Die Lichtdichte ist der Helligkeitseindruck, den das Auge von einer leuchtenden Fläche hat. Sie ist das Verhältnis der Lichtstärke zur Grösse der sichtbaren, leuchtenden Fläche und wird in Candela gemessen.


Abstrahlwinkel

 

Der Abstrahlwinkel sagt aus in welchem Winkel der Lichtaustritt erfolgt. Hier stellt sich die Frage, ob Sie das Licht gezielt richten oder breit streuen wollen.


Blendenschutz

 

Eine gute Beleuchtung sollte immer auch vor Blendung schützen. Die Sehleistung wird durch grelles Licht stark beeinträchtigt und führt zu Konzentrationsschwächen, Kopfschmerzen und Ermüdung. Längerfristig kann Blendung gesundheitliche Schäden verursachen. Sie sollten deshalb unbedingt vermieden werden.


Wärmebildung und Lampenaustausch

 

Lampen, egal welcher Art, produzieren primär Wärme/Hitze. Licht ist dabei nur ein Nebenerzeugnis, das für Beleuchtungszwecke genutzt werden kann. So wandeln selbst LED’s nur rund 20 – 25% der Energie in Licht um.

Das Gerücht, dass LED’s keine Wärme bilden, hält sich hartnäckig. Richtig ist jedoch, dass LED’s im Gegensatz zu konventionellen Lampen, wo die Wärme nach vorne abgestrahlt wird, die Wärme nach hinten abgeben. Die Wärme muss deshalb unbedingt fachgerecht abgeführt werden, ansonsten gehen die LED’s sehr schnell kaputt.

Beim Austausch von Glühbirnen durch alternative LED-Lampen ist es deshalb immer sehr wichtig zu schauen, dass die Wärme fachgerecht abgeführt werden kann. Sollte dies nicht möglich sein, sollte unbedingt eine andere Lampenart verwendet werden.


Volt

 

Volt ist die Masseinheit der Stromspannung. Die normale Stromspannung ist in jedem Haushalt 230V. Die Zukunft liegt jedoch in der Niederspannung. Bereits heute werden einige Lampenarten mit 12 oder 24V betrieben. Diese müssen jedoch noch mit einem Transformator betrieben werden, sodass die Spannungsdifferenz ausgeglichen werden kann.


Ampere

 

Die Einheit Ampere bezeichnet die elektrische Stromstärke und misst wie viel Strom durch eine elektrische Leitung fliesst. Jede elektrische Leitung muss mit einer Stromsicherung ausgestattet, sodass diese bei Überbelastung den Strom abstellen. Die elektrische Stromstärke anhand der Spannung (V) und Leistung (W) errechnet.


Watt

 

Watt ist die Masseinheit für die Leistung, die eine Lampe aufnimmt. Da eine Lampe primär Wärme und nur als Nebenerzeugnis Licht produziert, können je nach Lampentechnologie jedoch nur 5 bis 25 % der Energie in Licht umgewandelt werden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass je tiefer die Lampenleistung, desto geringer ist der Energieverbrauch.


Lichtstärkeverteilung

 

Die Lichtstärkeverteilung beschreibt die räumliche Verteilung der Lichtstärke einer Lichtquelle.

Die verschiedenen Lampentypen

Lampen (Leuchtmittel), nicht zu verwechseln mit Leuchten, haben einen wesentlichen Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Umgebung. Technische Messwerte wie Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Beleuchtungsstärke etc. sind zwar zumindest für den Fachmann hilfreich, aber jede Lampe hat seine Eigenschaften und seinen individuellen Charakter.

Nehmen Sie dazu verschiedene Lampen, beleuchten Sie eine weisse Wand und vergleichen Sie die unterschiedlichen Ergebnisse.

Leuchtmittel erzeugen nicht nur Licht, sondern auch Stimmungen. Deshalb sollte bei der Leuchtenwahl primär nach der Lampe und erst sekundär nach der Leuchte gesucht werden, denn auf die richtige Lichtwirkung kommt es an!

In der Praxis ist es oftmals eine Mischung aus verschiedenen Lampentypen, denn es gilt für jede Anwendung die richtige Lichtquelle zu finden.


Glühlampe/Glühbirne


Das Zeitalter der heissgeliebten Glühbirne neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu. Der „Hitze produzierende Stromfresser“ wurde von der Schweiz und der EU und verboten und darf nur noch in spezifischen Bereichen eingesetzt werden.


Energiesparlampen

Eine Energiesparlampe benötigt bei gleicher Helligkeit rund 80% weniger Strom als eine Glühbirne. Je nach Fabrikat hat die Energiesparlampe eine Lebensdauer von rund 8000 Stunden, das 8-fache einer herkömmlichen Glühbirne. Diese Aussage stimmt jedoch nur bedingt. Auch sollte beachtet werden, dass die Lichtleistung mit der Zeit abnimmt und es dauert relativ lange bis die Lampe seine volle Helligkeit entfaltet.

Energiesparlampen eignen sich deshalb nicht für Beleuchtungen, die nur kurzzeitig ein- und ausgeschaltet werden.

Nicht ganz unbegründet haftet an Energiesparlampen der Ruf, dass das Licht nicht angenehm sei. Vielleicht auch deshalb, weil Energiesparlampen nicht das ganze Lichtspektrum abdecken und nur an bestimmten Orten zu bestimmten Zwecken eingesetzt werden sollten.

Aber auch die Sparlampe hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt. Wir raten Ihnen jedoch qualitativ hochwertige Energiesparlampen einzusetzen und wenn möglich, die Lichtqualität der Lampe vor dem Kauf zu testen.

Energiesparlampen wie auch Leuchtstoffröhren werden mit Edelgas betrieben und haben Quecksilberanteile. Bei kaputten Leuchten ist daher Vorsicht geboten! Die Energiesparlampen müssen deshalb unbedingt sachgerecht entsorgt werden. Jedes Beleuchtungsgeschäft ist dazu verpflichtet die Sparlampen entgegen zu nehmen.


Leuchtstofflampen/-röhren

Viele von uns assoziieren Leuchtstoffröhren mit der Beleuchtung einer Turnhalle, eines Krankenhauses, einer Kaserne oder eines Grossraumbüros. Kaltes, funktionales Licht, das zwar den Zweck der Beleuchtung sehr gut erfüllt, aber in Punkto Charme nicht überzeugen kann.

Das verstaubte Image haftet noch immer an der umgangssprachlichen Neonröhre. Moderne Leuchtstofflampen sehen noch immer aus wie Neonröhren aus, werden heutzutage aber mit einem anderen Edelgas (meist Argon und Quecksilber-dampf) betrieben. Die Eigenschaften der Leuchtstoffröhren sind identisch mit den Energiesparlampen. Auch sie decken nicht das ganze Farbspektrum ab und eignen sich nicht für kurzfristig benötigtes Licht. Mittlerweile erzielen FL-Röhren sehr gute Farbwiedergabewerte (Ra ≥ 90).

 

Aufgrund ihrer Form und Grösse kommen sie oftmals bei Grund- oder Flächenbeleuchtungen wie z.B. Garagen, Waschküchen, Bastelräumen oder Büroräumlichkeiten zum Einsatz.

Neue Leuchtendesigns beleben in letzter Zeit den Lichtmarkt und illustrieren, dass trotz neuer Lichttechnologien die Leuchtstofflampe „noch?“ nicht ausgedient hat.


CCFL (Cold Cathode Fluorescent Lamp)

Kaltkathodenlampen ist eine Art von filigraner Leuchtstofflampen, die auch einige Vorteile gegenüber konventionellen Leuchtstoffröhren bietet. Die CCFL’s können mit Niederstrom betrieben, werden und haben eine vergleichbare Lebensdauer wie LED’s.

Durch ihre filigranen Grössen können sie sehr gut bei geringen Platzverhältnissen eingesetzt werden und eignet sich zudem auch sehr gut für indirekte Beleuchtungen.


Halogenlampen

Halogenlampen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Glühbirnen. Auch sie verwenden einen Wolfgrammfaden, der aufgeheizt wird und zu glühen beginnt.

Halogenlampen haben den Vorteil, dass sie sehr kostengünstig sind. Sie überzeugen durch brillantes weisses Licht und einer sehr hohen Farbwiedergabe.

Sie eignen sich sehr gut für Akzentbeleuchtungen; dort wo direkt gerichtetes Licht gefragt ist und dort wo das Licht nur kurzfristig benötigt wird. Nicht einsetzen sollte man Halogenlampen für Beleuchtungen die regelmässig und lange brennen, denn Halogenlampen produzieren enorme Wärme. Dies wirkt sich auch auf die Raumtemperatur aus. Deshalb sollte vor allem in öffentlich benutzten Räumen keine Halogenlampen verwendet werden. Ansonsten muss die Raumtemperatur wieder durch Klimaanlagen reguliert werden, was ein ökologischer Unsinn ist.

In Punkto Energieeffizienz kann die Halogenlampe nicht überzeugen. Der Stromverbrauch nur um 30% geringer als bei der Glühbirne und im Verbleich zu der Energiesparlampe 3 x höher. Auch die Lebensdauer ist mit 1000 – 2000 Std relativ gering.

Zumindest mit den stromfressenden Halogenlampen scheint bald Verkaufsschluss zu sein. Die EU plant den Verkauf von Halogenlampen ab 2016 zu verbieten (Achtung 2 Ausnahmen). Die Schweiz wird wohl nachziehen und das Gesetz übernehmen.

Zudem gilt es bei den Halogenlampen zwischen Hochvolt- und Niedervolt-Halogenlampen zu unterscheiden.

Hochvolt-Halogenlampen

Hochvolt-Halogenlampen brauchen kein Vorschaltgerät und sind auch mit gebräuchlicher Glühbirnenfassung erhältlich. Jedoch gehören sie zu den Stromfressern. Sie verbraucht bis zu 4x mehr Strom als eine Niedervolt-Halogenlampe und haben eine nur halb so lange Lebensdauer. Deshalb ist deren Einsatz ab 2016 nur noch mit einer Energie-Effizienzklasse von B und C erlaubt. Halogenlampen mit Reflektoren bleiben jedoch von dieser Verordnung (sowie 2 andere Ausnahmen) nicht betroffen.

Niedervolt-Halogenlampen
Niedervolt-Halogenlampen verbrauchen weniger Strom als Hochvolthalogenlampen, haben i.d. R. eine .doppelt so lange Lebensdauer und eine doppelt so hohe Lichtausbeute. Wie alle Niedervoltsysteme braucht es für Niedervolt-Halogenlampen ein Vorschaltgerät.

IRC Halogenlampen
Neu gibt es auch IRC (Infra Red Coating) Halogenlampen auf dem Markt. Diese sind jedoch nur mit Niedervoltsystem erhältlich. Das besondere an IRC Halogenlampen ist, dass sie im Vergleich zu herkömmliche Niedervolt-Halogenlampen durch eine spezielle Beschichtung rund 30-50% weniger Strom verbrauchen als konventionelle Niedervolthalogenlampen.


LED Lampen

Keine Frage der LED gehört die Zukunft! Die Licht emittierende Dioden überzeugen durch ihre Energieeffizienz und ihr Können.

LED’s sind elektronische Halbleiterkristalle, die durch Stromzufuhr - je nach Beschaffenheit der Halbleiterelemente - Licht in den Farben Blau, Gelb, Grün, oder Rot abgeben.

Wussten Sie, dass die ersten industriell gefertigten LED’s schon 1962 erhältlich waren. Da es jedoch lange Zeit nur möglich war farbiges Licht zu produzieren, ergaben sich für LED kaum Anwendungs/Einsatzmöglichkeiten. Erst Ende 1990 gelang es Forschern das Farbspektrum der Leuchtdioden zu erweitern und dabei auch weisses Licht zu erzeugen (Weisslicht wird aus blauen Dioden mit fluoreszierender Leuchtschicht hergestellt).

Dies war der entscheidende Durchbruch der LED und mit ihr folgte ein Technologiewandel. Licht hat sich von einem elektrischen zu einem elektronischen Bauteil gemausert. Das künstliche Licht ist intelligenter, aber auch i.d.R. schwieriger in der Anwendung. Es bedarf grösserem Fachwissen, um LED’s sachgerecht einsetzen zu können.

LED’s können heutzutage mit konventionellen Lampenfassungen gekauft werden und ersetzten dabei Glühbirnen, Energiesparlampen oder auch Leuchtstoffröhren. So wie wir es aus der Vergangenheit gewöhnt sind.

In Zukunft ist jedoch ein Umdenken gefragt, denn LED’s können weit mehr als nur konventionelle Leuchtmittel imitieren. LED’s ermöglichen eine Personalisierung des Lichts - individuelle, auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmte Lichtlösungen, eingebunden in moderne Hausautomationssysteme.

Ob draussen oder drinnen, LED’s kommen bereits heute schon in fast allen Bereichen zur Anwendung und überzeugen dabei mit sehr guter Lichtqualität und hoher Energieeffizienz.

Inzwischen haben hochwertige LED‘s eine sehr gute Farbwiedergabe von Ra 95 und zeichnen sich durch ein sehr breites Lichtspektrum aus. Mit RGB-LED’s oder RGB(W)W LED‘s(Rot, Grün, Blau und [Warm-] Weiss) können auch farbliche Akzente gesetzt werden, die ein faszinierendes Ambiente mit beruhigender oder anregender Wirkung schaffen.

LED kann auch durch Nachhaltigkeit punkten. Verglichen mit der Glühbirne verbrauchen LED’s nur einen Fünftel der Energie und sie haben eine sehr lange Lebensdauer von 25‘000 – 50‘000 Stunden. Zudem werden bei der Herstellung keine Giftstoffe verwendet.

Die Möglichkeiten der LED’s sind riesig! Aber stehen wir noch am Anfang der kommerziellen Entwicklung; vergleichbar mit einem talentierten Hengst, der noch seine Sporen abverdienen muss bevor er zur Höchstform aufläuft.

Beim Kauf von LED Lampen ist Vorsicht geboten! Bei der Fülle an LED-Produkten und den grossen qualitativen Unterschieden ist es für den Laien nicht einfach den Überblick zu halten. Vor allem, wenn wir tagtäglich wir mit neuen LED Angeboten und unglaublichen technischen Messwerten überschüttet werden, die nur bedingt aussagekräftig sind. Denn auf Papier lässt sich bekanntlich vieles drucken.


OLED Lampen (organische Lichtdiode)

OLED das Licht der Zukunft? Wir lesen und hören viel über die erfolgsversprechende OLED Technologie (organische Halbleiter).

Fakt ist, dass die Entwicklung noch stark in den Kinderschuhen steckt. Zurzeit können nur sehr kleine Flächen von einigen Quadratzentimetern beleuchtet werden. Die Technololgie ist noch „lange?“ nicht marktreif. Dennoch gelten OLED’s vor allem für Flächenbeleuchtungen als Zukunftsversprechen.


Leuchtfolie

Bei der Leuchtfolie handelt es sich um eine sehr dünne elektrolumineszente Folie. Durch Spannung wird über den Inverter die Folie zum Leuchten gebracht. Die Leuchtfolie ist mit 1mm sehr dünn und flexibel und können nach Mass produziert werden. Die Leuchtfolien werden primär zu Dekorzwecken oder Hinter-leuchtung von kleinen bis mittleren Flächen eingesetzt.

Leider ist jedoch die Lichtausbeute sehr gering. Auch die Lebensdauer ist auf 1000 Std. begrenzt, wobei bereits nach der Hälfte der Betriebsstunden die Lichtstärke stark abnimmt. Auch der Preis ist im Verhältnis zur gebotenen Leistung recht hoch.

Die Wahl der geeigneten Leuchten

Leuchten werden umgangssprachlich oft als Lampen bezeichnet obwohl die Leuchte den gesamten Beleuchtungskörper umfasst. Die Leuchte schützt die Lampe, ermöglicht die Montage und gewährleistet uns eine einfache Inbetriebnahme. Sie lenkt und verteilt das Licht und sollte zugleich auch vor Blendung schützen.

Lampenschirme können zudem Einfluss auf die Farbwiedergabe-eigenschaft und auf die Lichtfarbe nehmen und auch die Beleuchtungsstärke der Lampe beeinträchtigen. Es ist deshalb wichtig auch diesen Aspekt bei der Wahl der geeigneten Leuchten einfliessen zu lassen.

Bei der Auswahl der Leuchtenart hat der Kunde die Qual der Wahl. Ob Ein- oder Aufbauleuchten, Kronleuchter oder Hängeleuchte, Steh-, Wand- oder Tischleuchte….- es stehen für jede Lichtanwendung verschiedenartige Lösungen zur Verfügung.

 

Für eine sorgfältige Leuchtenplanung sollten des Weiteren folgende Aspekte berücksichtigt werden:

 Standort und Funktion der Leuchte(n)

  • Bestimmung der Lampenart und –anzahl
  • Benötigte Zusatzkomponenten wie z.B Vorschaltgerät oder Zündgeräte
  • Bedarf es baulichen Massnahmen?
  • Lichttechnische Aspekte wie die Lichtstärke, Verteilung des Lichtstroms, Wirkungsgrad oder Blendenschutz
  • Sicherheitstechnische Aspekte wie z.B. Einhaltung der Vorschriften für Brandschutz
  • Energieeffizienz
  • Stil und Design der Leuchten
  • Abstimmung und Zusammenspiel aller Leuchten im Raum/Haus
  • Elektrotechnische Planungen wie z.B. Gewährleistung der Zuleitungen und des störungsfreien Betriebs, Lichtmanagement und Anbindung an Hausautomation

Lichtmanagement und Hausautomation

Vorbei sind die Zeiten als wir noch zu Lichtschalter laufen mussten! Modernes Lichtmanagement bietet hohen Wohnkomfort und hilft zugleich Strom zu sparen.

 

Nicht nur bei Neubauten auch bei Renovationen sollte man sich deshalb frühzeitig über die Möglichkeiten informieren, sodass die Voraussetzungen für eine gute Beleuchtung geschaffen werden können.

 

Schon der Einsatz von Bewegungsmeldern, Dämmerungssensoren, modernen Lichtschaltern mit integrierten Bewegungsmeldern oder Multifunktionsschalter können das Wohnen schon einiges bequemer machen.

 

Mittels intelligenter Lichtsteuerung können auch vielfältige Lichtszenarien gestaltet und programmiert werden, die dann über Multifunktionsschalter, Fernbedienung oder gar über die Haussteuerung bedient und verändert werden können.

 

Auf dem Markt gibt es inzwischen verschiedene Lichtsteuerungsprodukte. Die beiden bekanntesten sind 0-10V Steuerungen und Dali Steuerungen. 0-10V Steuerungen beschränken sich auf die Helligkeitsregulierung bei Weisslicht. Dali Steuerungen (Digital Addressable Lighting Interface) eignen sich aber auch vorzüglich für die Steuerung von farbigem Licht. Farbiges Licht wirkt sich erwiesenermassen positiv auf das Wohlbefinden aus und ist deshalb auch in ihrem Zuhause eine Überlegung wert. Lichtsteuerungen können i.d. Regel problemlos auch in BUS-Systeme integriert werden.

 

Den höchsten Wohnkomfort bieten heutzutage BUS Systeme wie beispielsweise EIB/KNX, besser bekannt als Hausautomationssysteme. Ein gutes Hausautomationssystem ermöglicht sämtliche elektrischen Haushaltsgeräte zentral zu steuern. Eine Art Multifunktionsfernbedienung, die selbstständig Aufgaben ausführen kann. So passen sich beispielsweise die Beleuchtung und die Storen automatisch dem Sonnenlicht und die Heizung und Fenster den Witterungsverhältnissen an.

 

Natürlich können Sie selber über SmartPhone, Tablet oder auch PC alle angeschlossen Elektrogeräte bedienen, bei Bedarf sogar ortsunabhängig. Sind Sie auf dem Weg in die Ferien und sind nicht mehr sicher, ob alle Fenster geschlossen sind oder die Beleuchtung noch brennt? Oder mussten Sie kurzfristig weg und haben vergessen, dass der Handwerker vorbei kommt? Mit diesen Sorgen müssen Sie sich bei der Wahl einer guten Hausautomation nicht mehr auflasten.

 

Beim Kauf eines Hausautomationssystems raten wir Ihnen zur Vorsicht, denn ein gutes System nützt einem nichts, wenn die darauffolgende Programmierung nicht nach Ihren Bedürfnissen ausgerichtet wurde oder gar fehlerhaft ist. Oft vergessen Fachkräfte, dass es nicht darum geht möglichst viele Funktionen bedienen zu können. Der Programmierer muss vielmehr ein Verständnis für Ihre Bedürfnisse aufbringen, damit die Steuerung danach einfach und benutzerfreundlich ist. Schliesslich soll Ihnen ein Hausautomationssystem den Alltag erleichtern und nicht zusätzlich erschweren.